Chronik 90 Jahre Landesverband
57 Geschichte der Stadt Erstmals wurde der alemannische Ort „Ad Filin- gas“, der sich links der Brigach befand, in einer Schenkungsurkunde Kaiser Ludwigs des Frommen an das Kloster St. Gallen im Jahre 817 erwähnt. In der Urkunde vom 29. März 999 erteilte Kaiser Otto III. zu Rom dem Grafen Berthold von Zäh- ringen das Markt-, Münz- und Zollrecht und den “Gerichtsbann“ für seinen Ort “Villingen“. Auf- grund der Zähringer Territorialpolitik erfolgte um 1100 eine planmäßige Neuansiedlung rechts der Brigach, dem heutigen Standort. Im Jahre 1218 nach dem Tod des letzten Zährin- gers, Herzog Berthold V., zog der Stauferkaiser Friedrich II. die Stadt an sich und ließ sie befesti- gen. Villingen wurde zur Reichsstadt erhoben. In der „Kaiserlosen“ Zeit nach 1250 waren die Zähringer Erben in der Lage sich der Stadt anzu- nehmen. Die Fürstenberger erwiesen sich als wahre Förderer der Stadt. Unter Graf Heinrich wurde das zweitürmige Münster, das Franziskanerkloster, der Johanniterkonvent gebaut. Auch stifteten er und seine Frau Agnes den Spitalfonds, welcher bis heute besteht. Im Jahre 1326 kam es überraschend zu Unstimmigkeiten mit den Fürstenbergern und die Stadt schloss sich dem Hause Habsburg-Öster- reich an, dem es schließlich fast 500 Jahre die Treue hielt. Während des Bauernkrieges 1524 blieben die Tore der Stadt für die aufständigen Bauern verschlossen, ein Umstand der den Villinger ein neues, verbes- sertes Stadtwappen einbrachte. 1530 verlieh König Ferdinand, der Bruder von Kaiser Karl V. und Herr der Österreichischen Vorlande, das Wappen an die Stadt Villingen. Im Dreißigjährigen Krieg sowie in den nachfolgenden Kriegen wurde die Stadt sieben Mal belagert, doch man hielt allen Anfeindungen stand. Selbst bei der letzten Belagerung im Spa- nischen Erbfolgekrieg 1704 trotzte die Stadt einer tagelangen Belagerung, bei welcher sie von rund 30.000 französischen Soldaten belagert und be- schossen worden war. Erst im Österreichischen Erbfolgekrieg musste 1744 die Stadt dem Feind kampflos die Tore öffnen, die Wehranlagen waren veraltet und nicht mehr nützlich. 1803, in Folge der Napoleonischen Kriege, endete dann eine fast 500-jährige Zugehörigkeit zum Hause Habsburg-Österreich. Die Stadt Vil- lingen kam zum Herzogtum Modena, 1805 zum Königreich Württemberg und 1806 endgültig zum Großherzogtum Baden. Die im Zuge der geschei- terten Badischen Revolution 1848/49 erfolgte Besetzung der Stadt durch preußische Truppen brachte abermals große Belastungen für die Bürger. Mit der Fertigstellung der badischen Schwarz- waldbahn 1874 fand Villingen am Ostrand des Daten & Fakten Gegründet: 1774 Vorsitzender: Karl-Heinz Schwert Kommandant: Major Volker Nofz Aktive Mitglieder: 120 Abteilungen: Kavallerie, Infanterie, Bürgermiliz, Trachtengruppe www.bürgerwehr-villingen.de Hist. Bürgerwehr und Trachtengruppe Villingen e.V.
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