Chronik 90 Jahre Landesverband
Villinger Stadtwappen von 1530 58 Schwarzwaldes Anschluss an das internationale Schienennetz und dies förderte den industriellen Aufschwung der Stadt. 1972 erfolgte die Fusion mit der württembergischen Stadt Schwenningen zur Stadt Villingen-Schwenningen, die mit den Einge- meindungen heute 86.000 Einwohner hat. Entstehung, Bewaffnung und Uniformierung Bereits im Mittelalter und in der folgenden Zeit hatten die Bürger der Stadt Villin- gen die Aufgabe im Falle von feindlichen Angriffen ihre Stadt zu verteidigen und notfalls die Angreifer zu verfolgen. Bei den Bürgern galt die allgemei- ne Wehrpflicht, die von den Handwerkszünften getragen wurde. Jeder Zunft war ein Teilabschnitt der Ringmau- er zur Verteidigung zuge- wiesen. In Villingen wurde 1774 eine Bürgermiliz von zwei Kompa- nien Infanterie aufgestellt, in Erin- nerung an die früheren Verteidi- gungstruppen der Stadt. Sie mussten für die Erhaltung von Ordnung und Sicherheit innerhalb der Stadt durch Wachen und Streifen während der Nacht garantie- ren. Als weitere Aufgabe blieb der Bürgermiliz, bei kirchlichen und weltlichen Festen und Empfängen die Stadt nach außen durch Aufmärsche und Para- den würdig zu vertreten. 1810 wird der Stadt Villingen von der Großherzo- glich Badischen Verwaltung das Direktorium für den Donaukreis zugesprochen. Für Repräsenta- tions- und Ordnungszwecke wurde ein freiwilliges Bürgermilitärcorps mit einem Grenadier-, Füsilier- und Kavalleriecorps sowie ein Musikcorps gegründet und damit die Bürgermiliz von 1774 neu organisiert. Eine Neuordnung des Bürgermilitärs erfolgte 1830. Danach bestand es aus einem Eska- dron Dragoner (Gardekavallerie), einer Füsilier Kompanie und einem Musikcorps. Die Uniformen der heutigen Bürgerkavallerie, Bürgerinfanterie und der Stadt- und Bürgerwehrmusik entsprechen den Uniformen des Bürgermilitärs von 1830. In den folgenden Jahren kam es zu Freundschafts treffen mit den Bürgercorps der Nachbarstädte Donaueschingen, Hüfingen und Vöhrenbach sowie weitere Treffen mit den Bürgercorps aus den Königlichen Württembergischen Städ- ten Schramberg, Rottweil und Spaichingen. Das Villinger Bürgermilitär wird im Zuge der Badischen Revolution 1849 aufgelöst. Das Musik- korps bestand weiter als Bürgerorchester. 1925 wurde die Stadtmusik Villingen in Unifor- men des Bürgermilitärs eingekleidet. Drei Jahre später erfolgte die Wiedergrün- dung der Bürgermiliz, deren Uniformen dem traditionellen Rock der zünftigen Handwerksmeister um die Mitte des 18. Jahr hundert entspricht. 1930 wurde die Bürgerkavallerie mit der Uniform der Garde kavallerie von 1830 wieder gegründet. 1949 wird der Historischen Bürgerwehr eine Trachten- gruppe angeschlossen und zwei Jahre später erfolgt die Wieder- gründung der Bürgerinfanterie. Die Bürgermiliz hat als Bewaffnung ein Vorderlader-Perkussionsgewehr und einen preußischen Infanteriesäbel 1818, die Bürge- rinfanterie ein Hinterlader-Gewehr mit Bajonett. Die Trachten der Frauen - der „Altvillingerinnen“- stammen aus der Zeit von 1820-1830. Eine Beson- derheit sind die wertvollen, herrlichen Radhauben, die meist mit geklöppelter Goldplatt-Hohlspitze oder mit fertigen Borden bestückt sind. Sie sind flacher gestellt als die steilen Radhauben des Bodenseeraumes. Die Männertrachten sind teil weise der Bürgerrock des 18. Jahrhundert mit Kniebundhose und Dreispitz oder der Bürgerrock des Biedermeier mit langer Hose und Zylinder. Entsprechend einer alten Tradition der Stadt Vil- lingen gehören die Stadt- u. Bürgerwehrmusik, die Bürgerkavallerie und die Bürgermiliz zum Bild der historischen Villinger Fasnet und die „Altvillinge- rin“ ist Begleiterin des Villinger Narros.
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