Chronik 90 Jahre Landesverband
32 belehnt wurde. 1639 übernahm der Graf von Fürstenberg die Herrschaft über Engen, 1806 kam das Fürstentum Fürstenberg zum Großherzogtum Baden. Heute steht die gesamte Altstadt unter Denkmal- schutz. Sie zählt zu den besterhaltenen mittel alterlichen Altstadtensembles Süddeutschlands. Die Kernstadt zählt ca. 6.000 Einwohner, mit Eingemeindungen sind es ca. 11.000 Einwohner. Entstehung, Uniformierung und Bewaffnung Ihre 900-Jahr-Feier nahm die Stadt Engen zum willkommenen Anlass, die bis Mitte des 19. Jahr- hunderts bestandene historische Bürgerwehr Engen neu zu gründen und mit einer jungen Mannschaft am 5. Oktober 1986 auf dem historischen Markt- platz der Öffentlichkeit vorzustellen. Die Bürgerwehr Engen kann auf eine alte Traditi- on zurückblicken und entwikckelte sich aus dem Bedürfnis der Bewachung und Verteidigung der Dorf- und Stadtgebiete. Die befestigten Städte wa- ren es dann, die schon frühzeitig den Bewachungs- und Verteidigungsdienst innerhalb ihres Stadtge- bietes organisiert hatten. So berichtet das Stadtbuch von 1503, in dem die Rechte und Pflichten der Bürger gegenüber der Herrschaft festgelegt waren, dass „jeder Bürger und Bewohner, wo oder an welcher Arbeit er auch sei, so er Sturmläuten oder Sturmschrei hört, eilend laufen muss, allwegen ein jeder gerüst mit Harnisch und Gewehr, sei es unter das Fenli auf dem Platz oder auf die Wehr zum Feuer“. Die zu Anfang des vorigen Jahrhunderts in Engen aufgestellte Bürgerwehr, das sogenannte Bürgermilitär, wurde aufgrund der landesherr- lichen Verordnung vom 28. Mai 1810 gegründet und hatte damals bei Handhabung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung mitzuwirken und war gleichzeitig aufgerufen, weltliche und kirchliche Feste mitzugestalten. Entsprechende Statuten vom 03.01.1820 werden noch im Stadtarchiv aufbewahrt. Die spätere Entwicklung im Großherzogtum Baden zu einem Staatsheer und Erkenntnisse aus der Revolution von 1848/49 bedingten die Auflösung fast aller Bürgerwehren. Mit der Wiedergründung ihrer Bürgerwehr wollte die Stadt Engen einerseits seine alte Tradition aufleben lassen, zum anderen eine Einrichtung schaffen, die bei entsprechenden Anlässen die Stadt Engen repräsentativ vertreten kann. Die Bürgerwehr Engen ist mit einem Vorderla- dergewehr Cal. .58 und Säbeln ausgerüstet. Zur Uniform gehören mittelblaue Uniformjacken im Frackschnitt mit roten Aufschlägen, weiße Hosen, schwarze Schuhe mit grauen Gamaschen, Helme mit schwarzer Raupe und weißes Lederzeug. Die Bürgerwehr Engen ist auf demMarktplatz in Engen zur Abgabe einer Ehrensalve angetreten.
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