Chronik 90 Jahre Landesverband
67 Geschichte der Stadt Eine kleine Stadt mit großer Vergangenheit . Als kleinste Freie Reichstadt im Heiligen römischen Reich deutscher Nation, ging Zell am Harmersbach in die Geschichte ein. Der Name „Cella“, der schon 1139 und 1240 Erwähnung fand, weist darauf hin, dass die Stadtgründung im kirchlichen Bereich erfolgte. Nach der Überliefe- rung errichtete ein Mönch des Klosters Gengen- bach eine Zelle samt kleiner Kapelle und um diese herum allmählich unser Städtle gebaut wurde. Um 1010 war Zell dem Bistum Bamberg unterstellt und von diesem den Herzögen von Zähringen verliehen. Nach deren Aussterben erfolgte die Eingliederung in das staufische Reichsgut. Im Jahre 1556 ging Zell an Vorder-Österreich und war bis zum Jahre 1803 Reichsstadt. Zell brannte 1543 völlig nieder. Des- halb sind Unterlagen nur schwer zu finden. Der Bau der Stadtmauer und auch die vier großen Wehrtürme zeugen davon, dass sich Zell damals selbst schützen musste. So kam es, dass es schon um 1300 eine lose Truppe ohne Uniform zum Schutze der Bürger innerhalb der Mauern gab (also eine Bürgerwehr). Im größten dieser Wehrtürme, der Storchenturm, der als stolzer Zeuge der großen Vergangenheit unserer kleinen Stadt zu bewundern ist, ist heute ein sehenswertes Museum untergebracht. An der Ostseite am Turm stehen vier Schweden kanonen. Es sind Beutestücke aus dem Jahre 1646 von erbitterten Kämpfen der Zeller Soldaten gegen die Schweden in Stöcken, Ortsteil Unteren- tersbach. Die Schweden flüchteten und mussten die Kanonen zurücklassen. 1899 und 1904 verursachten große Stadtbrände eine starke Zerstörung. Dadurch hat Zell eine Besonderheit in der Innenstadt zu bieten. Nach den Bränden wurden die Häuserzeilen im damals modernen Jugendstil wieder aufgebaut. So stehen alte Stadt- und Fachwerkhäuser den Neuzeithäuser gegenüber. Die Zeller Keramik Auf Grund der vielen Wallfahrer die unsere Wallfahrtskirche „Maria zu den Ketten“ besuchten, lag es nahe, dass einige Hafner ihre Werkstätten und den Verkauf in der Oberstadt, nahe der Kirche, hatten. Um 1790 wurde nach und nach die Geschirrfabrik gegründet. Aus dieser Zeit steht heute noch ein Rundofen mit drei Brennkammern übereinander und einem mächtigen Kamin. Hier fanden mehrere hundert Bürger Arbeit und Brot. Das Geschirr mit dem über hundert Jahre alten und weltbekannten Hahn-und Henne Dekor wurde Daten & Fakten Aktive Mitglieder: 104 Gegründet: 1862 Kommandant: Hauptmann Paul Gutmann Freiwillige Bürgerwehr der Stadt Zell a.H. e.V.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5NDkw