Chronik 90 Jahre Landesverband

Ausrücken der Bürgermiliz Sipplingen zum 80. Geburtstag des Grafen Wilderich von und zu Bodman im Jahr 2016 50 bewaffnet, fuhren auf einem Schiff rudernd gen Bodman. Als dann die Rebellen wieder dem Schloss drohend nahten, nahmen die Sipplinger, 26 der in das Schloss eingedrungenen Freischärler gefangen, entwaffneten sie und führten sie geschlossen in das Gefängnis nach Stockach ab. Kaum war die Sipplinger Mannschaft von ihrer bewaffneten Intervention aus Bodman zurück, kam vom Großherzoglichen Bezirksamt am 12. Juli 1849 die Aufforderung an die Gemeinde Sipplingen, ihre Bürgerwehr unverzüglich zu entwaffnen. Aber schon am anderen Tag traf bei der Gemeinde Sip- plingen ein Schreiben folgenden Wortlautes ein: „Der Großherzogliche hessische Divisionsgene- ral, Freiherr von Bernstein, gibt der Bürgerwehr von Sipplingen seine besondere Zufriedenheit zu erkennen für die von derselben betätigten lobenswerten Gesinnung und den guten Ge- brauch ihrer Waffen gegen die Rebellen. Der General befiehlt zugleich, dass die Gemeinde nicht entwaffnet werden soll.“ Bodman, den 13. Juli 1849. Auf Befehl: Das Commando des Großh. Hess. III. Inf. Reg., Hingeldey, Oberst Neuaufstellung und Neuuniformierung der Bürgermiliz 1859 Bald nach diesen Ereignissen wirkte wieder eine Anzahl bewaffneter Bürger bei allen öffentlichen Feierlichkeiten mit und diese schlossen sich dann freiwillig zusammen, um ihre Bürgerwehr neu zu organisieren und auch ein Trommler-Corps aufzu- stellen. Die Neuuniformierung geschah nach dem Muster der badischen blauen Dragoner, hellblauer Waffen- rock, lange schwarze Hose, weißledernes Koppel und Pickelhelm mit weißem, für Spielleute mit rotem Haarbusch. Die Bewaffnung war wie schon vorher, das Vorder­ lader-Infanteriegewehr Modell 1777, das bei der Miliz heute noch im Einsatz ist, unter anderem beim Salutschießen. Während des 2. Weltkrieges (1939-1945) ist die Bürgermiliz nicht mehr aufgetreten. Als Ende Mai 1945 die französische Militärregierung vom Be- stehen der Bürgermiliz Kenntnis erhielt, ließ sich der Gouverneur eine vollständige Uniform zeigen. Er fand Gefallen an dieser und wünschte, dass die Bürgermiliz am bevorstehenden Fronleichnamsfest in Sipplingen teilnehme. Von dieser Zeit an be- gann in der Bürgermiliz eine stetige Aufwärtsent- wicklung. Sie dient der Gemeinde Sipplingen zu Repräsentationszwecken. Die Bürgermiliz rückt in Sipplingen regelmäßig am Fronleichnamsfest, am Kirchenpatrozinium St. Martin und zur Toten­ ehrung am Volkstrauertag aus. Die Gesamtstärke beträgt zur Zeit 121 Männer und Frauen. Davon entfallen auf den Spielmannszug 23, auf die Milizkapelle 61 und auf die Mannschaft unter Gewehr 37 Soldatinnen und Soldaten. Im Jahr 1954 übernahm die Gemeinde Sipplingen die Trägerschaft, die sie bis zum heutigen Tag innehat. Der jeweils amtierende Bürgermeister ist stets der erste Vorsitzende der Bürgermiliz. Seit 1998 ist die Bürgermiliz Sipplingen ein eingetrage- ner Verein.

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