Chronik 90 Jahre Landesverband

46 Gesellen, Böllerer, Tambour und Pfeifer und es ent- wickelte sich daraus langsam die Harmersbacher Bürgermiliz. Der Verlust der Reichsunmittelbarkeit während der napoleonischen Kriege unterbrach die Tradi- tion und erst nach 1830 wurde sie wiederbelebt. Weitere Unterbrechungen brachten die Badische Revolution und die Gründung des deutschen Reiches mit sich und im Jahre 1874 gab sich die Bürgerwehr als „Militär- und Veteranenverein“ eine streng militärisch ausgerichtete Satzung und erhielt gleichzeitig auch eine Fahne. Mit der Wiedergründung im Jahre 1919 als „Freiwillige Bürgerwehr“ übernahm der Verein hauptsächlich Repräsentationsaufgaben, dazu zählten insbeson- dere die festlichen Auftritte bei Kirchfesten wie Fronleichnam oder am Patroziniumsfest. Die Uniformierung erinnert an die frühere Männer­ tracht des Tales. Dazu zählten eine weiße Hose und ein Rock aus schwarzem Leinen mit karmesin- roten Umschlägen („Biesen“), der mit Bienenwachs eingerieben ist und so eine natürliche Imprägnie- rung erfährt. Eine rote Weste mit goldenen Knöp- fen und ein gebundenes Halstuch bereicherten die farbenfrohe Uniform. Den schwarzen Filzhut ziert ein roter Federbusch. Die höheren Dienstgrade erkennt man an den schwarzen Hosen und dem farbigen Federbusch, dabei tragen Offiziere und Feldwebel einen Säbel. Als Waffe trägt der Bürgerwehrmann ein Vorder­ lader-Gewehr mit aufgestecktem Bajonett. Bei festlichen Anlässen wird Salut geschossen. Zur „Historischen Bürgerwehr“, so nennt sich der Verein offiziell seit dem Jahr 1975, zählen auch ein Spielmanns- und Fanfarenzug, eine Trachten­ tanzgruppe und eine Kindervolkstanzgruppe. Seit 1934 ist die „Miliz- und Trachtenkapelle“ Oberharmersbach wie die Historische Bürgerwehr eingekleidet.

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