Chronik 90 Jahre Landesverband

37 Geschichte der Bürgergarde Zur Erinnerung an die Selbständigkeit der ehe- maligen Freien Reichstadt Gengenbach wurde die Bürgergarde im Jahre 1958 durch den damaligen Stadtrat und Heimatforscher Schneidermeister August Glatz wiedergegründet. Als er nach dem Krieg den Gedanken aufnahm, stand er vor dem Nichts. Erst durch Nachforschungen im Archiv der Stadt entstand so nach und nach ein genau- es Bild über den Aufbau der früheren Bürger- wehr. Ein noch vorhandenes Bild des ehemaligen Kommandanten Lauterwald diente mit einigen Orginalstücken wie Tschakko, Bandolier und Offiziersscherpen als Vorlage. Einen idealen Partner fand August Glatz in Adolf Lohmüller. Sein organisatorisches Talent und die Hilfe der Stadt sind markante Punkte in der Geschichte der Bürgergarde. Erstmals urkundlich erwähnt wurde die Bürger­ garde bereits 1460 im ,,Alten Stadtbuch“. Sie diente dort demWach- und Ordnungsdienst innerhalb der Stadtmauern. Auch Feuerwache und Einhaltung der Sonntagsruhe zählte zu den Aufgaben des Stadtmilitärs. In alten Ratspro- tokollen finden wir Bezeichnungen wie Bürger­ miliz, Bürgerwache, Jäger-Corps und erst zuletzt, nach der Fahnenweihe 1832, die Bürgergarde. Alle Männer von 16-60 Jahren waren ihr verpflich- tet. Besondere Aufmärsche waren nur an großen Festen wie Schwörtag, Zunfttag im Juni, Martini und kirchl. Feiertagen wie Fronleichnam, St.Jaco- bi im Juli und St. Katharinentag im November. Im Revolutionsjahr 1849 hatte die Bürgergarde eine Stärke von 200 Mann. Nach der Besetzung der Stadt durch das preußische Infanterieregiment vom 3.-5. Juli wurde die Bürgergarde auf staatliche Anordnung aufgelöst. Aus ihren Reihen bildete sich eine Löschmannschaft, ein Schützenverein und eine Blasmusik. Heute dient die Bürgergarde einzig und allein dem repräsentativen Zweck. Sie will ein Stück Heimat­ geschichte ,,Alt-Gengenbachs“ der Nachwelt erhalten. Neben ihren vielfältigen Auftritten, in denen sie die Farben der Stadt repräsentiert, hat sich die Bürgergarde in den vergangenen Jahren den verschiedensten Aufgaben gestellt. Umbau des Speichers der Geschwister-Scholl-Schule zu einem Vereinsheim mit Probelokal. Renovierung des Kleinen Mooshofes in Reichenbach/Son- dersbach - das ehemalige Waldarbeiteranwesen ist seither ein beliebtes Wochenendheim. Seit 1997 betreut die Bürgergarde das wehrgeschicht- liche Museum im Kinzigtorturm. Auf 6 Etagen wird den Besuchern auf anschauliche Weise die Funktionen des ehemaligen Wehrturmes gezeigt. Jährlich wechselnde Sonderausstellungen berei- chern das Museum und finden große Beachtung. Seit 1958 feiert die Bürgergarde immer am ersten Juliwochenende zunächst über 40 Jahre den Tag Daten & Fakten Aktive Mitglieder: 45 Gegründet: 1958 Kommandant: Rittmeister Werner Friedmann www.buergergarde-gengenbach.de Bürgergarde Gengenbach e.V.

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