Chronik 90 Jahre Landesverband
17 „Freischießen“ bis zur Auflösung der Bürgerwehr 1849 jährlich durchgeführt. Nach Berichten der Kreisräte an das Ministerium des Innern im badischen Seekreis bestanden im Jahre 1830 noch in 32 Gemeinden Bürgerwehren. Die Badische Revolution 1848/49 und die Auflösung der meisten Bürgerwehren und Milizen. Von der allgemeinen Landesentwaffnung im Jahre 1849 in Baden wurden nur wenige Ge- meinden ausgenommen, nämlich diejenigen, die während der Badischen Revolution 1848/49 der Großherzoglichen Regierung in Karlsruhe und der Staatsverfassung besondere Treue bewiesen hatten. Das waren die Gemeinden Bad Peterstal, Oberharmersbach, Insel Reichenau, Sipplingen und Unterharmersbach. Was heute an weiteren Bürgerwehren besteht, sind allesamt Wieder gründungen der neueren Zeit (nach W. Fladt). In der Geschichte der Bürgerwehren ist das Ge- schehen der Badischen Revolution von 1848/49 und deren Verlauf im badischen Raum besonders festgehalten. Noch 1848 wurden von der Ob- rigkeit allerorts Bürgerwehren eingerichtet. Im Frühjahr 1849 entbrannte in Baden die Revolution wieder heftiger. Deshalb verstärkten die Ge- meinden überall ihre Bürgerwehren. Inzwischen brachten die Maitage des Jahres 1849 jene Ereig- nisse, die in kürzester Zeit den vorübergehenden Sieg der neuen Volkserhebung in Baden herbei- führten. Am 12. Mai meuterte in den Garnisonen Karlsruhe und Rastatt das Militär. In die am 14. Mai von Großherzog Leopold fluchtartig verlas- sene Residenz Karlsruhe zog noch am selben Tag die Revolutionsregierung ein. Ihre Herrschaft dauerte jedoch nur kurze Zeit. Auf den Hilferuf des geflüchteten Großherzogs Leopold rückten im Juni zwei preußische Armeekorps unter Führung des Prinzen Wilhelm von Preußen (Kartätschen- prinz genannt), des späteren Kaisers Wilhelm 1., in Baden ein und schlugen den Aufstand nieder. Die Gründungsjahre der Bürgerwehren und Milizen in Baden und Südhessen in chronologischer Reihenfolge 1108 Die Bürgerwehr der Insel Reichenau führt ihre Entstehung auf eine bald 900-jährige Tradition zurück. Eine erste schriftliche Er- wähnung erfolgte im Jahre 1108, als vom Ver- treter des Papstes Paschalis II. bestätigt wurde, dass „die hier wohnenden Männer den Auftrag haben, das Kloster und die Einwohnerschaft vor Angriffen von außen mit der Waffe zu schützen und auf der Insel für Ordnung zu sorgen“. 1715 Ettlingen 1717 Mannheim 1721 Karlsruhe 1730 Konstanz, Möhringen, Geisingen 1736 Pforzheim 1741 Hüfingen 1756 Lörrach 1757 Rastatt 1770 Freiburg i. Br. 1774 Villingen 1780 Stühlingen 1790 Heidelberg 1795 Schopfheim 1796 Bad Peterstal, Staufen und Säckingen 1800 Espasingen, und Bräunlingen 1802 Zizenhausen und Bonndorf i. Schw. 1803 Zell a. H. 1804 Offenburg und Waldkirch 1805 Breisach 1810 Donaueschingen 1811 Überlingen a. B. 1812 Radolfzell, Engen und Gengenbach 1813 Singen am Hohentwiel 1815 Durmersheim 1816 Bad Boll 1818 Stockach 1819 Pfullendorf, Herbolzheim, Emmendingen und Kenzingen 1824 Bretten 1823 Bodman 1827 Steißlingen und Wolfach 1828 Haslach Die Badische Revolution 1848/49
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