Chronik 90 Jahre Landesverband

65 Geschichte der Stadt Das Dorf Wolfa (auf der Nordseite der Kinzig, die heutige Vorstadt) dürfte der älteste Teil der Stadt sein und schon vor der ersten Jahrtausendwende bestanden haben. Die Stadt selbst ist wohl um 1200 an jener engen Stelle entstanden, wo Wolf und Kinzig sich vereinen und wo schon um 74 nach Christus eine römische Militärstraße von Straß- burg (röm. Argentorate) das Kinzigtal hinauf und über Waldmössingen nach Rottweil führte. Wolfach gehörte einst zur Grafschaft Sulz, einem Teil der sogenannten Bertholdsbaar. Mit dem Ende des 11. Jahrhunderts waren die Herren von Wolfa eigenständige Territorialherren. Mit dem Ende des 13. Jahrhunderts gelangte das Gebiet durch die Heirat von Udilhild, der letzten Erbtochter der Herren von Wolfa, an den Fürstenberger Grafen Friedrich I. und blieb dann bis 1806 fürstenber- gisch. Das mächtige Schloss der Fürstenberger wurde um 1200 erbaut. Seine heutige Form und Größe stammt aus der Zeit zwischen 1671 und 1681. Die Fürstenberger gaben der Stadt neunzehn heute noch erhaltene Freiheitsbriefe. Im Dreißigjährigen Krieg und während der französischen Eroberungs- kriege erfuhr die Wolfacher Bevölkerung viel Not und Elend. Auch Naturkatastrophen waren nicht ausgeblieben, wobei der große Eisgang auf den beiden durch Wolfach führenden Flüssen Wolf und Kinzig eine große Bedrohung für die Stadt darstellte. Wolfach wurde 1806 dem Großherzogtum Baden zugeschlagen. Entstehung, Uniformierung und Bewaffnung Wenn die für Wolfach zuständigen Landesherren, die Landgrafen zu Fürstenberg, zu ihren Unter- tanen kamen, so war es die Schuldigkeit der Bür- gerschaft, der gnädigen Herrschaft ihre Aufwar- tung zu machen. Die Bürger, so ist es überliefert, erschienen bei solchen Anlässen mit „Unter- und Obergewöhr“. In Reih und Glied, an ihrer Spitze der Fähnrich mit der „Stattfahnen“, erwartete man die gnädigen Herrschaften, deren Ankunft durch „Losung der Stucken“ (Kanonenschüsse) angekün- digt worden war. Als z.B. im Jahr 1757 Erbprinz Joseph Wenzel zum Sauerbrunnen nach Bad Rip- poldsau fuhr und dabei durch Wolfach kam, war auch ihm eine gebührende Aufwartung gemacht worden. Damals standen 48 Mann im Gewehr, 10 Mann beim großen Geschütz und 18 Mann bei den drei Toren. Jeder Bürger hatte dafür ½ Maß Wein erhalten, die beim Geschütz jedoch 1 Maß. Die letzte diesbezügliche Aufwartung war 1805, dem regierenden Fürsten Joachim Egon zuteil- geworden. Dabei nahm der Fürst die Parade der „bürgerlichen Infanterie“ ab. Daten & Fakten Aktive Mitglieder: 50 Gegründet: 1976 Kommandant: Hauptmann TimWaldenmeyer www.buergerwehr-wolfach.de Bürgerwehr Wolfach 1827 e.V.

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