Chronik 90 Jahre Landesverband
61 Geschichte der Stadt Die Stadt Weinheim ist ein Mittelzentrum an der badischen Bergstraße mit derzeit über 45 000 Einwohnern. Erstmals urkundlich erwähnt wurde Weinheim 755 n. Chr. im Lorscher Codex, dem Urkunden- buch des Klosters Lorsch. Es lässt sich jedoch durch entsprechende Funde nachweisen, dass die Gemarkung schon vor 4000 Jahren, also in der Steinzeit, von Menschen bewohnt war. Später siedelten Römer, Alemannen und Franken auf dem Gebiet Weinheims. In der karolingischen Zeit kam Weinheim durch eine Schenkung Karls des Großen (773 n. Chr.) zum Herrschaftsbereich des Klosters Lorsch. 1000 n. Chr. verlieh Kaiser Otto III. Weinheim das Marktrecht, dem 1065 das Münzrecht folgte. Oberhalb des Ortes erbaute das Kloster Lorsch zur Sicherung seiner Besitzungen die Burg Windeck. Nach der Auflösung des Klosters im Jahr 1232 entbrannte ein Streit zwischen Kurmainz und Kurpfalz um das Lorscher Erbe und somit um die Ortschaft Weinheim. Diese fiel zunächst an Mainz. Um 1250 bauten aber die in Heidelberg ansässigen Pfalzgrafen in der Nachbarschaft des alten Wein- heims ein räumlich getrenntes neues Weinheim, um ihren Anspruch auf das Gebiet zu verdeutli- chen und statteten diese Neustadt sogleich mit Stadtrechten aus. Diese Neustadt bildet heute den Kern der historischen Altstadt Weinheims. Die Trennung in Alt- und Neustadt wurde im Hemsbacher Schiedsspruch von 1264 festgeschrie- ben: Die Neustadt, die hier erstmals als „Stadt“ bezeichnet wurde, und die Burg Windeck wurden dem Pfalzgrafen zugesprochen, die Altstadt blieb unter Mainzer Herrschaft. 1308 ging in einem Gebietstausch auch die Altstadt auf die Pfalz über. Ab 1368 gehörte Weinheim zum unabtrennbaren Kerngebiet der Kurpfalz und unterstand seit Ende des 14. Jahrhunderts dem Oberamt Heidelberg. Erst 1454 wurden die, bis dahin verwaltungstech- nisch immer noch getrennten, Gebiete der Altstadt und der Neustadt zu einer Stadt vereinigt. Im 17. Jahrhundert wurde Weinheim im Dreißig- jährigen Krieg und im Pfälzischen Erbfolgekrieg mehrfach von fremden Truppen erobert und die Burg Windeck zerstört. 1698 verlegte Kurfürst Johann Wilhelm für zwei Jahre seinen Hof, die Heidelberger Universität und die kurfürstliche Münzstätte und Druckerei nach Weinheim. Die Pläne, die einen großzügigen Ausbau des Weinhei- mer Schlosses vorsahen, wurden allerdings nicht verwirklicht. 1803 wurde die Kurpfalz aufgrund napoleonischer Einflussnahme aufgelöst und Weinheim gelangte zu Baden. An die vorausgehenden Jahrhunderte, in denen Weinheim zur Kurpfalz gehörte, erinnert aber heute noch das Weinheimer Wappen mit dem goldenen Pfälzer Löwen und den weiß-blauen Rauten der Wittelsbacher. Daten & Fakten Aktive Mitglieder: 11 Gegründet: 1934 Kommandant: Hauptmann Andreas Neumann Hist. Bürgerwehr Alt-Weinheim
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