Chronik 90 Jahre Landesverband
54 den revolutionären Auseinandersetzungen damals hinter den Großherzog gestellt. Einige sympathi- sierten offen mit den Aufständischen. Nachdem die revolutionären Umtriebe erstickt worden waren, musste das Verbot fast aller Wehren folgen. Lan- ge Zeit war das Bild des letzten Kommandanten Jakob Hihs das einzige Erinnerungsstück an jene Zeit, in der es jedem Bürger der Stadt - und sicher waren es auch damals nicht nur gebürtige Tienge- ner - zur Ehre gereichte, sich uneigennützig in den Dienst zumWohle der Heimat zu stellen. Unter Zunftmeister Hans Jünger wurde im Jahre 1963 die Bürgerwehr wieder ins Leben gerufen mit der Absicht, jedem Bürger das Recht und die Pflicht zur Wahrung der allgemeinen und persön- lichen Freiheit vor Augen zu stellen, so wie das unsere Vorfahren in vergangenen Zeiten taten. Erster Kommandant bei der Wiedergründung war Hauptmann Josef Löw bis zum Jahre 1978. Uniformiert nach altem Vorbild aus dem Jahre 1804, tritt heute die Bürgerwehr auf in dunkel blauemWaffenrock mit roten Aufschlägen, weißer Hose, schwarzen Schuhen, weißen Handschuhen, schwarzem Tschako mit weißer Fangschnur und rot-weißem Hupon und weißem Lederzeug. Als Waffe dienen das Schweizer Militärgewehr, Modell 1911, und ein Säbel. Die Offiziere tragen Degen. Im Jahre 1985 wurde ein Spielmannszug gegründet und der Bürgerwehr direkt angegliedert. Spiel- mannszug und Bürgerwehr gehören zu den attrak- tivsten Gruppen der Zunft und sind im In- und Ausland bei ihren Auftritten gern gesehene und freudig begrüßte Gäste. Am 6. Januar eines jeden Jahres treten beide Gruppen im Schlosshof zum Dreikönigssalut an; gleichzeitig soll damit das neue Jahr begrüßt werden. Eventuelle Beförderungen werden hier vorgenommen. Im Anschluss daran zahlt der Zunftmeister an jeden Offizier und Soldaten den symbolischen Wehrsold in Höhe von 15 DM 3 Pfennigen (=Bürgerzunft 1503) aus. Landestreffen 2019 in Tiengen - Großer Zapfenstreich. Bild: Dieter Schäuble - Hochrheinjournal
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