Chronik 90 Jahre Landesverband
20 Bürgergarde aus Gengenbach. Die Bürgerwehr Säckingen war nicht mehr dabei. lnzwischen kamen die Füsiliergarde aus Donaueschingen (1983, Auflösung 2015) und die Bürgerwehren aus Engen (1986) und Haslach (1991) hinzu. Bei der Kommandantentagung 2008 in Tiengen kam die Stadtgarde Tauberbischofsheim dazu. Alle Bürgerwehren zusammen ergeben zur Zeit eine Mitgliederzahl von rund 1250 Aktiven in Uniform. Dazu kommen die Biedermeier- und Trachtengruppen, die den verschiedenen Bürger- wehren und -milizen angeschlossen sind. Eine große Anzahl der Wehren hat einen Musikzug, bestehend aus einer Kapelle mit oder ohne Spiel- mannszug, andere haben nur einen Spielmanns zug oder Fanfarenzug. Altüberlieferte militärische Ehrendienste der Bür- gerwehren und Milizen, wie Platzkonzerte, Para- den und Salutschießen tragen dazu bei, kirchliche und weltliche Feste zu verschönern. Großveran- staltungen sind zum Beispiel die Landestreffen der Bürgerwehren, bei denen ein Feldgottesdienst oder eine ökumenische Morgenfeier mit Toten- ehrung, ein farbenprächtiger historischer Festzug und am Abend zuvor der „Große Zapfenstreich“ als Höhepunkte gelten. Auch die Kommandanten- tagungen in Uniform werden meist mit Festzug u. ä. in der entsprechenden Gemeinde abgehalten. Die Kommandantentagungen in Zivil sind reine Arbeitstagungen. Der Landesverband sowie alle Bürgerwehren und Milizen haben durch den Zweiten Weltkrieg viele ihrer Mitglieder verloren. Schriftliche Zeugnisse und Unterlagen verschwanden. Einzelne Bürger- wehren konnten nicht mehr ausrücken, andere lösten sich auf. Einige Jahre waren die Bürger- wehren von den Besatzungsmächten verboten. Bei deren Einmarsch ist ein Großteil der Uniformen und Ausrüstungsgegenstände, insbesondere Ge- wehre, Säbel, Helme und Haarbüsche, vernichtet, beschädigt oder verschleppt worden. Die Wie- derbeschaffung von Uniformen und Utensilien bereitete enorme Schwierigkeiten und erforderte erhebliche Anstrengungen. Umso erfreulicher ist es, dass es gelang, Bürgerwehren und Milizen wie- der auf die Beine zu stellen und im Landesverband zu vereinen. Der Landesverband unterstützt die Arbeit der Bürgerwehren und Milizen sowohl intern als auch in der Öffentlichkeit. Vor allem bei der Planung und Durchführung von Landestreffen, für wel- che die betroffenen Bürgerwehrangehörigen viel Arbeit und Zeit bei der Vorbereitung und Durch- führung aufbringen. Weitere Aktivitäten sind z.B. die Teilnahme bei: Neujahrsempfängen von Politik und den Kirchen in Freiburg i. Br., Heimattagen Baden-Württem- berg, Staatsempfängen, öffentlichen Gelöbnissen der Bundeswehr, befreundeten Bürgerwehren des Landesverbandes der Bürgerwehren und Stadtgarden Württemberg-Hohenzollern, ande- ren Verbänden, Auftritten des Bundes Heimat und Volksleben, Veranstaltungen von Partner- und Freundschaftsstädten im In- und Ausland, Brauchtums - u. Denkmalspflege, Umweltschutz. Nicht zu kurz kommen Kameradschaftspflege und Patenschaften mit dem Bürger in Uniform, den Angehörigen der Bundeswehr. Sie zeigen auch soziales Engagement, z. B. bei der Alten- und Behindertenbetreuung. Gründung des Freundeskreises Am 5. September 1992 wurde in Friedrichshafen a. B. der „Freundeskreis der historischen Bürgerwehren, Bürgermilizen und Stadtgarden in Baden-Württemberg“ gegründet, der sich in der Öffentlichkeit für die Belange der Bürgerwehren einsetzt. In Bretten war am 22. Januar 1993 die konstituierende Sitzung. 1. Vorsitzender wurde Dr. Horst Rapp, Vizepräsident des Regierungs präsidiums Stuttgart, seine beiden Stellvertreter wurden OB Paul Metzger (Bretten) und Landrat Jürgen Binder (Sigmaringen) inzwischen abgelöst durch OB Johann Krieger (Ehingen). Prominen- testes Mitglied und Förderer ist Initiator und Ehrenvorsitzender Seine Königliche Hoheit Carl Herzog von Württemberg. Jetziger Vorsitzender ist Prof. Dr. Urban Bacher. Umbenennung des Landesverbandes Bei der Kommandantentagung 1996 wurde der Landesverband umbenannt in den „Landesver- band der Bürgerwehren und Milizen Baden - Südhessen“. Im Frühjahr 1997 stellten sich die Bürgerwehren im Landtag Baden-Würt- temberg vor und führten am 13. Juni 1998 in Freiburg i. Br. zusammen mit dem „Freundeskreis der historischen Bürgerwehren, Bürgermilizen und Stadtgarden in Baden-Württemberg“ eine vielbeachtete Werbeaktion durch.
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